0

Erfahrungsbericht des Leitungsteams der HU-MA Pflege GmbH

Im September 2017 begleiteten Brigitte Höper und ich das Leitungsteam der HU-MA Pflege GmbH mit einem Community Building Seminar über drei Tage.

Ich freue mich, ihren Erfahrungsbericht hier zitieren zu dürfen:

Als Team, das gut strukturiert und kommunikativ miteinander arbeitet, machten wir uns auf die Reise. Unser Wunsch bestand darin, zukünftig noch besser miteinander kommunizieren, unsere Potentiale zu sehen, zu entfalten und uns als Gemeinschaft zu stärken.
Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass wir noch keine authentische Gemeinschaft waren. Unter „Community Building“ konnte sich auch niemand wirklich etwas vorstellen. Zwischen neugieriger Spannung und Vorbehalten wagten wir uns in ein unbekanntes Abenteuer.
Und dann saßen wir da mit einem Regelwerk an Empfehlungen, die unseren persönlichen Prozess umrahmten. Wir warteten auf den Startschuss, um eine uns erteilte Aufgabe zu erfüllen, so wie wir es gewohnt waren. Aber wir waren bereits mittendrin – mittendrin im Prozess, der sich auf das Hier und Jetzt konzentriert. Der tiefe Gefühle und Gedanken freisetzt, Raum schafft für intensives Zuwenden. „Er hat in mir selbst etwas ausgelöst. Jeder Einzelne ist auch nochmal in sich gegangen, hat sich selbst entwickeln können.“ (R.)
Hierarchische Grenzen und emotionale Blockaden verschwanden, wie es in keiner Kaffeepause möglich ist. „Das hat für mich wirklich funktioniert: eine Gemeinschaft zu bilden. Indem wir auch viel von uns preisgaben und man dadurch den Anderen besser kennengelernt hat, mit seinen Schwächen, Ängsten und Gefühlen.“ (J.)
Achtsam und tiefblickend lernten wir uns neu kennen. „Man sieht sich bei der Arbeit und kennt zwar ein paar Eckdaten aus dem Privatleben, aber nichts aus dem tiefsten Inneren. Ich finde das bringt einen wirklich näher.“ (J.) Wie wir miteinander umgehen und kommunizieren, unsere eigenen Belange oder Ängste vortragen, was uns selbst und die anderen im Arbeitsalltag stark macht, nehmen wir als Erkenntnis mit. „Ich habe das Gefühl, dass wir alle ein unsichtbares Band in der Hand haben, das wir alle festhalten, dass wir weiterarbeiten müssen, damit keiner das Band loslässt und wir niemanden aus der Gruppe verlieren (…) – und darauf freue ich mich.“ (D.)
Ein buntes Band halten wir da, weil jeder Einzelne in der Gruppe besonders ist und wir mit diesen Besonderheiten, wenn sie Platz haben viel gemeinsam erreichen können. „Ich weiß für mich, dass es eine Methode ist mit der man etwas erreichen kann. (…) den Weg damit weiter zu gehen, ist für mich gut.“ (K.) „Dieser Prozess und wir sind erst am Anfang. Es geht noch weiter.“ (R.)
Wir sind auf dem Weg eine authentische Gemeinschaft zu werden – ein gutes, warmes Gefühl.

0

Einladung: Gemeinschaftsbildungs-Wochenende vom 4-6 Mai 2018: Wie entsteht Gemeinschaft?

Pfingsten16_Ingo_IMG_9849_stitchIn einer „Group of all leaders“ lernen wir verbindende, Gemeinschaft stiftende Kommunikation als innere Haltung.

Wie bleiben wir in Gruppen, Arbeitsteams oder als Paar im Kontakt, wenn es schwierig wird?

Der Prozess lügt nicht – er zeigt das, was ist, und nicht, was sein sollte. Mit der Bereitschaft zu aufrichtiger Kommunikation erleben wir wahrhaftigen, nährenden Kontakt. Unsere Beziehungen werden tiefer und gesünder. Konkurrenz und Eifersucht können in einem Raum von Verbundenheit aufgelöst werden.

Wir beginnen mit einer kurzen Einführung in die 4 Phasen der Gemeinschaftsbildung.

Pseudo-Gemeinschaft: „Wir sind doch alle gleich und haben gleiche Ziele.“

Chaos: Unterschiede, Erwartungen werden nicht mehr geleugnet, sondern ausgesprochen.

Leere: Ich nehme meine Maske ab, zeige mich in meiner Verletzlichkeit mit all meinen Ängsten und Schatten – wer ich wirklich bin.

Authentische Gemeinschaft: Celebrate the difference! Wir spüren Verbundenheit in all unserer Unterschiedlichkeit.

Mit den Kommunikationsempfehlungen, dem Herzstück der Gemeinschaftsbildung steigen wir direkt in den Prozess ein. Sie unterstützen uns, ehrlich und offen zu kommunizieren und präsent zu bleiben, auch wenn es schwierig wird. Nicht ganz nebenbei bringen sie oft eine wohltuende Entschleunigung in den Prozess.

Die Prozessbegleiter_innen unterstützen die Gruppe durch ihre Präsenz und geben Feedback. Wir legen Wert darauf, dass die Gruppe aus sich selbst heraus die Erfahrung von Gemeinschaft macht. Es geht explizit nicht darum, die Gruppe dorthin zu bringen durch Anleitung oder Impulse von außen.

Leitung: Ina Welpmann und Stefan Leisner

Datum: 4 – 6. Mai 2018

Preis: € 230 / 170 KG (Selbsteinschätzung) + € 103 U&V/KT

Anmeldung: ina.welpmann@web.de

0

Einladung: Gemeinschaft erfahren mit Community Building

Ein offener Community Building Prozess für Interessierte
veranstaltet vom Netzwerk Community Building am 20. bis 22. Januar 2017 in Berlin
(Beg-)Leitung: Susanne Gierens und Stefan Leisner (Netzwerk Community Building)

Um in unsere größten Möglichkeiten zu gelangen – einzeln und als Gruppe – braucht es einen Raum, der uns Freiheit und Verbindlichkeit in gleicher Weise gewährt und uns dabei unterstützt, alte Muster und Narrative aufzugeben, damit „das Neue“ in die Welt kommen kann. In diesem Raum können wir uns kraftvoll miteinander zu etwas verbinden, das über uns als Einzelne hinausgeht, ohne dass wir uns selbst darin verlieren.

Wir gestalten diesen Raum mit Hilfe des Community Building ( Gemeinschaftsbildungs-) Prozesses: vor ca. 30 Jahren von Morgan Scott Peck, einem amerikanischen Psychiater, Therapeuten und Schriftsteller entwickelt und beschrieben, haben wir seine Methode, besser: seinen „Werkzeugkoffer“, weiterentwickelt im Hinblick auf die Erfordernisse und Bedingungen des 21. Jahrhunderts.
In seinem Buch „The different drum“ (die deutsche Ausgabe heißt „Gemeinschaftsbildung“) hat Scott Peck genau dieses Phänomen des „anderen Klangs“ beschrieben, das er in seiner Arbeit mit Gruppen gemacht hat: in einem sehr einfachen, aber bestimmten Setting als Gruppe durch einen Prozess gehen – mit verschiedenen Phasen, vielleicht ein wenig vergleichbar einem Geburtsprozess – um dann den Geist wirklicher Gemeinschaft zu erfahren.

Und was geschieht genau „im Prozess“?

NCBDiese Frage wird oft gestellt und ist nicht leicht zu beantworten, denn es gibt wenig „Handfestes“ wie Methoden, Arbeitsformen, Regeln etc. Lasst es uns so beschreiben:
Die Teilnehmer*innen sitzen im Kreis zusammen. Es gibt keine Vorgaben bis auf einige (Kommunikations-)Empfehlungen, die dabei unterstützen mehr zu sich selbst zu finden, zu schauen, was kommt, was ausgedrückt werden will. In diesem Sein steckt all unsere Präsenz, unsere Energie, unsere Kraft, auch da, wo Stille ist und scheinbar nichts passiert. Wir (Beg-)Leiter*innen beobachten, was in der Gruppe vor sich geht, geben evtl. einen Impuls, ein Feedback, aber geben nichts vor, bestimmen nicht, wohin es gehen soll. Unsere Aufgabe ist es, den Raum zu halten und das Geschehen zu bezeugen.
Es geht um das eigene innere Erleben wie um das gemeinsame Erleben in der Gruppe, dieses miteinander zu teilen, unmittelbar, ehrlich und nicht theoretisierend.
Mit der Bereitschaft zu aufrichtiger Kommunikation und verbindlichen Beziehungen können wir die Erfahrung von wirklicher Gemeinschaft und wahrhaftigem Kontakt erleben, um darin individuell und als Kollektiv zu wachsen und die Intelligenz zwischen uns/in der Gruppe voll zu entfalten – also hilfreich für Gemeinschaften, Gruppen, Paare, für alle, die mehr als nur oberflächliche Begegnungen miteinander suchen. Gemeinschaftsbildung und Persönlichkeitsentwicklung gehören zusammen. Das eine braucht und fördert das andere.
So ist der Gemeinschaftsbildungsprozess viel mehr als eine Methode der gruppendynamischen Arbeit. Er ist ein Weg, eine Haltung, die einzunehmen sich positiv und klärend auf das Zusammenleben und/oder –arbeiten auswirkt. Der Prozess lügt nicht, er zeigt was ist, und nicht, was sein sollte oder sein könnte. Das ist manchmal unangenehm und macht keinen Spaß und führt doch sicher zur Entdeckung der eigenen Quelle.
Was aber tatsächlich im Prozess geschieht, ist nur selbst zu erleben, immer wieder und immer anders. Dieser Prozess hört niemals auf und ist jedes Mal eine Reise ins Unbekannte.

Zeiten:

Freitag, 20. Januar, 18.00 – 21.30
Samstag, 21. Januar, 10.00 – 13.00, 15.00 – 18.00, 19.00 – 21.30
Sonntag, 22. Januar, 10.00 – 13.00

Eingeladen sind:

Menschen, die bereit sind sich einzulassen auf Prozesshaftigkeit und Lust haben, das Unbekannte einzuladen. Vorerfahrungen mit dem Community Building Prozess sind nicht notwendig.

Ort:

Berlin, der genaue Ort wird noch bekannt gegeben

Teilnahmebeitrag:

120 – 200 € (nach Selbsteinschätzung)

Zu uns: 

Susanne Gierens – Ausbildung 2008 zum „Facilitator im Community Building Process“ nach Scott Peck bei L. Kanters & A. Bertens, NL und seither (Beg-)Leitung zahlreicher Gruppen in CB Prozess, Supervision von Gemeinschaften sowie Leitung offener CB Seminare. Lebt seit 2006 in einer Intentionalen Lebensgemeinschaft (www.ltgj.de)
Stefan Leisner – lebt und arbeitet in Potsdam. Bildner im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbereich mit Schwerpunkt Kreiskultur, Philosoph (M.A.). Begleitung von CB-Prozessen seit 2014 (www.beriah-gemeinschaftsbildung.de)

Info/Kontakt/Bankverbindung

Organisatorisches: Gesa Gordon, gesa.gordon@t-online.de
Inhaltliches: Susanne Gierens, susanne@netzwerk-cb.eu oder Stefan Leisner, stefan.leisner@beriah-gemeinschaftsbildung.de

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Nach der Anmeldung versenden wir eine Rechnung. Mit dem Begleichen der Rechnung ist der Teilnahmeplatz verbindlich reserviert. Die Anmeldung ist bis 14 Tage vor dem Termin kostenfrei stornierbar. Danach ist die Rückerstattung der Teilnahmegebühr nicht mehr möglich, ein*e Ersatzteilnehmer*in ist willkommen.

Bankverbindung: Offene Werkstatt Jahnishausen e. V.
IBAN: DE 9343 0609 6711 3898 7500
BIC: GENODEM1GLS
Verwendung: CB Berlin

1

Impuls: Flüchtige Gemeinschaft

20151017_125913Meiner Meinung nach ist Gemeinschaft ein umkämpfter Begriff und wird an Tausend Stellen genutzt, beschworen, instrumentalisiert und missbraucht. Er schillert und ich kann es gut nachvollziehen. Denn auch ich habe in dieser flüchtigen hochkomplexen Moderne ein starkes Bedürfnis nach Aufgehoben sein, nach Begrenztheit und Wärme. In dem Moment, wo aus einer (Langzeit-)Gruppe sprachlich eine Gemeinschaft wird, droht sich jedoch ein Bild zu verfestigen: das Bild einer ständigen Gemeinschaft. Das ist meiner Meinung nach nicht einzuholen und zum Scheitern verurteilt. Wie mir scheint, ist Gemeinschaft flüchtig – nur in bestimmten Situationen für den Einzelnen und die Gruppe fühlbar. In Arbeitseinsätzen, auf Parties und beim gemeinsamen Essen, in Notsituationen oder in einem Raum der emotionalen Tiefe. Und danach – schwindet die Verbindung, das tiefe Verbundensein wieder. Und wenn dann der Einzelne und die Gruppe nicht die Gruppenseele pflegt/pflegen, also soziale Räume öffnet, dann vergeht sie.

Ich habe gute Erfahrung mit jenen Räumen gemacht, die (durch Formen von Kreiskultur) strukturiert waren. Community Building, Council, Radikale Therapie aber auch DragonDreaming und Restorative Circles. Für unterschiedliche Zwecke gibt es schon einen Riesen Haufen von emanzipatorischen Werkzeugen, die mir und meinen Gruppen halfen, Vertrauen zu gewinnen und nächste Schritte allein und gemeinsam zu gehen.

Herzliche Grüße und eine lebendige Zeit!
Stefan Leisner

PS:  Für die philosophisch Interessierten meine derzeitigen Lieblingsbücher zum Thema Gemeinschaft.

  • Einführend: Rosa, Hartmut / Gertenbach, Lars  / Laux, Henning u.a.: Theorien der Gemeinschaft zur Einführung. Hamburg 2010.
  • Klassisch und hochaktuell: Plessner, Helmuth: Grenzen der Gemeinschaft. Frankfurt am Main 2002.
  • Impuls aus ital.-frz. Diskurs mit religiös-messianischem Gehalt: Agamben, Giorgio: Die kommende Gemeinschaft. Berlin 2003
  • Verständlich: Bauman, Zygmunt: Gemeinschaften. Auf der Suche nach Sicherheit in einer bedrohlichen Welt. Frankfurt am Main 2009
  • Übersicht bringend: Bauman, Zygmunt: Flüchtige Moderne. Frankfurt am Main 2003
0

Mehrgenerationen – Gemeinschaftsbildung und Council im Eschwege Institut

Gerade einmal 15:33 und draußen dunkelt es. In einer halben Stunde wird die Sonne untergegangen sein. Die Zeit vergeht wie im Flug, die letzten Blätter hinter meinem Bürofenster fallen und ich möchte diese Gelegenheit nutzten, auf zwei Beriah-Erlebnisse zurück zu blicken.

Community Building mit mehreren Generationen

VIMG_0651or knapp vier Wochen begleitete ich mit Susanne Gierens aus Jahnishausen ein dreitägiges CB-Seminar eines Mehrgenerationenprojekts in Sachsen. Mich berührte das Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Lebensrealitäten, -alter und -erfahrungen und ich konnte viele berührende Momente und Aha’s für mich und meine Kommune-Gruppe mitnehmen.

So habe ich noch einmal gesehen und gelernt, wie wichtig es ist, der Selbstoffenbarung Zeit zu geben. Nach dem Spruche: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn mensch daran zieht.“ Und gleichzeitig war so deutlich, wie wichtig das Chaos, das Ziehen und Fordern für eine Gruppe sein kann. Wie wichtig die Rolle der Jungen und Ungestümen sowie der Bewahrer_innen in einer Gruppensituation sind. Als wären es unterschiedliche Anteile eines gemeinsamen Gruppentieres.

Und dann entstehen Situationen, in denen Klarheit über die eigene Gruppensituation aufblitzt. Durch das Sichtbarwerden eines ausgeblendeten, sehr wichtigen Details oder das Aussprechen einer unbequemen Wahrheit. Dann gibt es an mehreren Stellen ein Seufzen, ein Entspannen. Das Gruppentier hat geatmet.

IMG_0712Zu erforschen, wo eine Gruppe steht und was sie für die nächsten Schritte braucht, finde ich sehr spannend. Und es ist immer wieder beeindruckend für mich, wie viel Beziehung und Information bereits in der verbalen und nonverbalen Gruppenkommunikation sichtbar ist, wenn mensch frei dahin schauen kann. Das ist für Gruppenmitglieder freilich sehr schwer, sind sie ja die tragenden Stützen des Bestehenden und haben meist alle Hände voll zu tun.
Und daher sind die Situationen, in denen neue Menschen zur einer bestehenden Gruppe dazu stoßen, so aufregend und oft mit Herausforderungen beladen. Mir klingt noch Susannes Beitrag im Ohr, in dem sie zur Erforschung des Neuen einlud. Wie könnte eine Gruppe aufgestellt und in Beziehung sein, die wirklich offen ist für das Neue? Denn wenn neue Menschen oder Neues im Allgemeinen nachhaltig dazu kommen soll, braucht es meiner Meinung nach nicht nur eine Anpassung des Hinzukommenden sondern eine Anpassung des Gesamtsystems.

Und wieder hatte ich Freude über CB, denn es zeigte sich deutlich, dass der oft mühsame und selbst erlittene (!) Prozess die Chance der nachhaltigen Erkenntnis dieser Wichtigkeit unterschiedlicher Rollen für den Gruppenprozess birgt. Auch wenn es für die_den Einzelne_n in der konkreten Auseinandersetzung schwierig oder schmerzhaft ist: die eigene Erfahrung ist zumeist der beste Lehrmeister.

Council im Eschwege Institut

Council Redegegenstände

Gestaltete Mitte mit unterschiedlichen Redegegenständen.

Die selbst erlittene Erfahrung lag auch im Focus einer Weiterbildung im Eschwege Institut, die Johanna und ich im Oktober absolvierten. Council nutzt die Kraft persönlicher Geschichten, die auf selbst erlittener Erfahrung basieren. Vier Tage saßen wir mit Gesa Heiten und weiteren Menschen im Kreis und wiederentdeckten eine uralte Form der Kreiskultur. In einer Jurte teilten wir unsere Geschichten und lernten Runden mit Hilfe unterschiedlicher Council-Formaten zu begleiten. Council kann mit „Zu Rate sitzen“ übersetzt werden. Es geht darum, auf Augenhöhe im Kreis zu sitzen und nacheinander den Geschichten der Menschen aufmerksam zuzuhören. Zuhören und sinken lassen. Dazu helfen ein Redegegenstand, ein klarer Anfang sowie ein klares Ende, eine formulierte Frage sowie 4 Empfehlungen:

  1. Höre von Herzen
  2. Sprich von Herzen
  3. Sei spontan
  4. Sei wesentlich

Dieser übersichtliche, klar strukturierte Rahmen schaffte viel Sicherheit und ermöglichte sehr berührende Momente. Council erscheint uns niedrigschwellig und ideal für die Begleitung von Lebensübergängen. Wir haben große Lust, Council noch stärker in unsere Prozessbegleitung und Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu integrieren.

Zu Council kann ich einführend dieses Buch empfehlen: Der große Rat.

 

0

BEcome Love und Netzwerktreffen NCB

BEcomelovefestivalDer Herbst drängt die Blätter von den Bäumen und ich will zwei Beriah – Stationen der letzten Monate erinnern.

BEcome Love Festival

Im September waren Johanna und ich beim BEcome Love Festival 2015 in Berlin. Dort wurde die Kraft und Bedeutung der Liebe zu erleben versucht und diskutiert. Interessant für mich der Versuch der Verflechtung der zwei Ebenen Gemeinschaft und Gesellschaft. Ich stehe jenen Versuchen, allein mit Liebe oder Gemeinschaft Welt zu erklären oder zu verbessern, kritisch gegenüber. Zu einfach erscheint mir dies, bereits bei Scott Pecks Ansätzen, gesellschaftliche Probleme über Community Building oder dessen Haltung verändern zu wollen.

Und dennoch finde ich es sehr mutig, jene Kluft zwischen Privatem und Öffentlichem, zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft neu zu denken und (philosophisch) zu erforschen. Ein Freund Johannas, Dr. phil. Maik Hosang, ist Mitorganisator und hat uns eingeladen, einen CB-Workshop beim BEcome Love Festival anzubieten.

Er sagt:

„In meiner Habilitation, die ich um 1999 schrieb, erforschte ich, wie die menschliche Natur in Form uns angeborener Primäremotionen und die Kultur in Form von gesellschaftlichen Strukturen und Symbolen zusammenwirken. Dabei wurde mir deutlich, dass neben Angst, Macht etc. vor allem Liebe eine entscheidende biokulturelle Dimension menschlich-gesellschaftlicher Selbstorganisation ist. Und es zeigte sich dabei auch, dass eine ökologischere Zukunft der sich sonst tendenziell selbst zerstörenden Menschheit vor allem davon abhängen wird, ob eine neue Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft gelingt, in der die Liebe mehr als alle anderen unserer Emotionen kultiviert und entfaltet wird. Daher liegt es mir am Herzen, dafür etwas zu tun.“

 

Spannend, oder?

Ohne Antworten auf die obigen Fragen aber mit interessanten Impulsen und einem berührenden CB-Taster beschenkt, ging ich vom Festival. Anselm Grün und Gerald Hüther verpasste ich, doch einige interessante Menschen habe ich gehört und kennen gelernt. Andreas Weber sprach über das Pendeln zwischen Isolation und Symbiose und den Schmerz der Lebendigkeit. Prof. Dr. Eckehard Binas referierte über den Zusammenhang von Eigentum und Liebe, beginnend im Mittelater bis zum heutigen Spätkapitalismus. Eike Schwarz  aus Potsdam sprach über die Inititation und Liebesfähigkeit von Jugendlichen, Dolores Richter vom ZEGG war ebenfalls vertreten und diskutierte über intentionale Gemeinschaften und die gesellschaftliche Kraft der Liebe.

2. Netzwerktreffen Community Building in Europa 2015

Das Netzwerk - dieses Jahr in kleiner Runde.

Das Netzwerk – dieses Jahr in kleiner Runde.

Im September waren Johanna und ich beim Netzwerktreffen Community Building in Europa in Jahnishausen. Nach drei Tagen CB-Prozess tauschten wir uns über CB-Begleitungsfragen aus und erforschten CB-Kombinations- und Erweiterungsmöglichkeiten. Das nächste Netzwerktreffen findet vom 16-18 September 2016 statt! Unsere Internetseite ist nun aktualisiert und eine Karte von CB-Begleiter_innen und CB-Gruppen ist online.

0

Was CB ermöglichen kann… Taster-Erfahrungsbericht

Gestern habe ich mit 10 Menschen einen sehr nährenden, beeindruckenden Taster-CB-Workshop im SEKIZ Potsdam erlebt. Die heterogene Gruppe näherte sich innerhalb des 3 Stunden Prozesses an, durchlief das Chaos und kostete nach meiner Wahrnahme am Ende ein Gefühl von Leere und authentischer Gemeinschaft.

Johanna und ich begleiteten sehr zurückhaltend und intervenierten bis auf 2 Ausnahmen ausschließlich nach der Pause. Dies ließ viel Raum für die Gruppe und ihren Prozess.
Die 10 Menschen schienen den Raum zwischen ihnen langsam zu erkunden und zu vermessen. Was ist das eigentlich hier? Was kann ich, was können wir tun und wagen? Warum bin ich hier? Und was steht zwischen mir und den Anderen? Was steht zwischen mir und der Gemeinschaft?
Jede_r ringte mit Problemen und Mustern, ob in sich gespürt oder in den anderen projeziert. In der Gruppe lernten die Teilnehmer_innen Schritt für Schritt, einander zuzuhören und zu spüren, wenn etwas Bedeutsames ausgedrückt wurde.

Es hat mich wieder einmal beeindruckt, wie CB Experimentierraum und Reflektionsraum zugleich ist und wie gesetzesgleich sich der Prozess mit sowenig Rahmen und Führung entspinnt. Jona beschrieb am Ende des Prozesses das Gefühl wie folgt: „Wenn ich denk, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“

Ich feiere diesen Taster, weil er mir zeigte, was möglich ist. Das stärkt mein Vertrauen in den Prozess, in mich und den Menschen.

0

Focus: Gruppenbegleitung

Das erste Quartal 2015 liegt hinter uns. Was ist passiert?

Wir haben unseren Focus gesetzt.

Unser Hauptanliegen ist es jetzt, Gruppen, die gemeinsam arbeiten, wohnen oder leben, zu begleiten. Wir bieten weiterhin Community Building nach Scott Peck an, wollen nach und nach unser Werkzeugkoffer erweitern und neue Formate und Ansätze ausprobieren.

Der Focuswandel betrifft auch die offenen Seminare. Wir halten CB-Seminare für sinnvoll für die persönliche Entwicklung, wollen jedoch unser Augenmerk auf bestehende oder sich gründende Gruppen legen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Daher nehmen wir die offenen Seminare mit festen Terminen aus unserem Angebot heraus. Wir bieten jedoch die Möglichkeit an, dass sich Menschen vormerken lassen. Sobald genügend Teilnehmer_innen zusammen kommen, machen wir einen Terminvorschlag für ein Seminar.

Woran arbeiten wir gerade?

Wenn wir nicht Gruppen mit CB begleiten, beschäftigt sich Stefan im Moment praktisch und theoretisch mit Kreiskultur im Kontext der Jugend- und Erwachsenenbildung. Johanna arbeitet daran, ein Labor für Innovationen im Bildungsbereich aufzubauen.

 

 

0

Erstes Netzwerktreffen 2015

Das erste Treffen des Netzwerk Community Building in Europa im Februar 2015 nutzten wir für einen intensiven, 4tägigen CB-Prozess. Wir haben zwei neue Mitglieder aufgenommen: Oliver Sachs und Bettina Zawadil.

Ersterer ist gerade dabei, ein Dokumentarfilm über Momo zu machen. Dazu gibt es hier ein Beitrag von Susanne und dort die Internetseite http://40jahremomo.de.

Ich freu mich auf die zukünftige Zusammenarbeit im Netzwerk!

0

Neu in 2015: kostenfreie CB-Taster im SEKIZ

SEKIZ Logo, Copyright liegt beim SEKIZ.Wir wollen CB bekannter machen und würden uns freuen, wenn in Potsdam weitere CB Gruppen entstehen würden. Darum bieten wir im Jahr 2015 jeden ersten Montag im Monat  von 19-22 Uhr einen kostenfreien CB-Taster im Potsdamer Selbsthilfe und Informationszentrum (SEKIZ) an. Wir werden erst kurz etwas zum Ansatz CB erzählen und dann praktisch CB ausprobieren.

Wir hoffen durch das Angebot an einem Ort wie dem SEKIZ Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Alters zu erreichen.

Wir freuen uns auf interessierte, neugierige Menschen.

Wir beginnen, wenn sich mindestens 6 Menschen angemeldet haben.

Anmeldung bitte per E-Mail oder per Telefon.